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Voraussetzungen an Besuchshundeteams

Der Hundeführer sollte den Kontakt und Dialog mit seinen Mitmenschen suchen und die positiven Mensch-Mensch, Mensch-Tier Begegnungen zur Motivation seiner weiteren Einsätze zu nutzen wissen.
Er sollte soziale Kompetenz, Empathie und Sensibilität in der Deutung minimaler Signale von Mensch und Tier haben. Eine hohe Belastbarkeit, Motivation und Ausdauer sind ebenso grundlegende Aspekte.
Der Hundeführer sollte zudem über eventuelle spezielle Phänomene und Probleme der von ihm besuchten Personengruppe informiert sein, etwa um bei einem Seniorenheimbesuch das Verhalten Demenzkranker richtig deuten zu können.(vgl. Turner 2003, Menschen brauchen Tiere, S. 391)

Generell ist es auch für Ehrenamtler empfehlenswert, wenn sie spezielle Sachkenntnisse erwerben. Das ist zum Beispiel in Hundeschulen über den Sachkundenachweis, die Begleithundeprüfung und später auch über die Prüfung zum Therapiehund möglich.

Sowohl ehrenamtlich Tätige als auch Fachleute sollten sich regelmäßig Gedanken über ihre Arbeit machen.
Bei der Arbeit mit dem Hund muss auch darauf geachtet werden, dass man ihn nicht instrumentalisiert.
Das Hunde auf Menschen sehr positive Wirkungen haben können,
wurde bereits geklärt, jedoch muss noch einmal betont werden, dass sie kein Allheilmittel darstellen! Menschen die Angst vor Hunden haben, sie nicht mögen oder meiden werden auch nicht positiv auf einen Hundeeinsatz ansprechen!
Zudem können Hunde immer nur eine Ergänzung der menschlichen Arbeit darstellen! (vgl. Greiffenhagen Tiere als Therapie,1991, S. 124).

Generell ist es für eine tierschutzgerechte Arbeit mit dem Hund notwendig, das der Hundeführer seinem Hund ein konstantes Umfeld und einen festen Tagesablauf bietet, ihn kennt und fähig ist seine Signale von Überforderung zu erkennen um dann auch bei Bedarf einen Einsatz abbrechen oder unterbrechen zu können.
Einsätze, die länger als eine Stunde dauern, sind für den Hund sehr anstrengend und sollten daher wenn möglich vermieden werden!

Die von uns eingesetzten Hunde sind als Therapiehunde haftpflichtversichert, werden alle drei Monate entwurmt und bekommen eine Floh-/ Zeckenprophylaxe. Selbstverständlich haben sie auch alle notwendigen Impfungen.

Voraussetzungen an das Mensch-Hund-Team (Eintrittstest)

In Anlehnung an die Delta Society werden bei uns bei der ersten Vorstellung des Hund-Mensch-Teams folgende Mindestansprüche gestellt:

Der Hund (Wir distanzieren uns von den Rasselisten, bei uns existieren keine Einschränkungen. Jeder Hund der die Voraussetzungen erfüllt, kann an der Prüfung teilnehmen.):
- Mindestalter: 18 Monate .
- Gesund, gepflegt, geimpft, Prophylaxe gegen Würmer (Impfausweis ist vorzuzeigen).
- Charakterlich sollte er menschenbezogen sein und ein freundliches, aufgeschlossenes Wesen haben, er sollte die Nähe zum Menschen suchen und streicheln genießen. Er sollte eine hohe Toleranzschwelle und wenig Aggression haben. Er darf nicht zu schreckhaft oder ängstlich sein. Gegenüber seinem Besitzer sollte er wenig Schutzverhalten, aber eine gute Beziehung und Anschlussbereitschaft aufweisen.
- Er soll mit Seitenwechseln locker an der Leine laufen und sich auch von fremden Personen führen lassen.
- Er soll anderen Hunden ohne Aggression begegnen.
- Wenn zwei Hundeführer aufeinandertreffen, sich begrüßen und miteinander reden, hat der Hund sich ruhig zu verhalten.
- Der Hund lässt Berührungen fremder Personen am ganzen Körper zu.
- Bei unerwarteten Geräuschen darf der Hund nicht übermäßig ängstlich sein oder gar in Panik geraten.
- Auf Personen mit Krücken und anderen Hilfsmitteln soll der Hund nur wenige Reaktionen zeigen (er darf nicht aggressiv reagieren).
- Der Hund muss sich nach einem Spiel von seinem Besitzer wieder zur Ordnung rufen lassen.
- Es muss möglich sein, dass der Hund neben einem Rollstuhl oder anderen Gefährten laufen kann.
- Der Hund muss drei Minuten von einer fremden Person gehalten werden können während der Besitzer außer Sichtweite ist, er sollte hierbei nicht Dauerbellen oder –winseln.
- Er muss eine Minute ohne Leine vom zehn Meter entfernten Besitzer sitzen oder liegen.
(vgl. auch Röger-Lakenbrink, Das Therapiehunde-Team, 2006, S.35, 69)

Diese Aufzählungen klingen sehr einseitig an der Erziehung des Hundes orientiert, es wird darüber hinaus aber auch auf das Wohlergehen des Hundes geachtet.

Der Mensch
- Eignungsgespräch über Motivation.
- Mindestalter: 18 Jahre.
- Sachkenntnisse zur Hundehaltung ohne Vermenschlichung
- Er sollte sozial eingestellt sein und Spaß am Kontakt mit anderen Menschen haben.
- Bei der oft auch belastenden Arbeit, sollte psychische Belastbarkeit vorhanden sein.
- Aufgrund der regelmäßigen Treffen und Fortbildung muss Teamfähigkeit und Lernbereitschaft sowie Offenheit zur Selbstreflexion vorliegen.
- Bereitschaft zum Ehrenamt und Zeit für regelmäßige Besuche.

Zudem werden folgende Punkte beobachtet:
- Wie erfolgt die Annährung des Hundes an den Besitzer, freut er sich auf seinen Besitzer?
- Was sagt die Körpersprache des Hundes, wie trägt er seine Ohren und seine Rute?
- Ist er beim Streicheln ruhig, freundlich und ausgeglichen?
- Wirkt der Hund generell entspannt und fröhlich?

Allgemein ist ein verlässliches, freundliches Wesen mit viel Selbstvertrauen der wichtigste Maßstab bei der Beurteilung des Hundes. Aggressive und zu zurückhaltende Hunde werden einen Test nicht bestehen.

Die Prüfung zum ehrenamtlichen Therapiehund

Wenn Sie und Ihr Hund die Voraussetzungen erfüllen, besteht bei uns die Möglichkeit eine Prüfung (Platz, Theorie, Seniorenheim und optional Kindereinrichtungen) zum ehrenamtlich tatigen Mensch-Hund-Besuchsteam abzulegen.

Für ausfühliche Informationen kontaktieren Sie uns bitte.

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